KONTAKT | MEDIADATEN | IMPRESSUM
Aktuell
Saubere Energie aus Konstanz
VON HOLGER THISSEN
brennstoffzelle_4c.jpg

Konstanz - Noch ist die Welt der Brennstoffzellen-Unternehmen überschaubar. Die Pioniere der Zukunftstechnologie kennen sich, helfen sich, und manche forschen Tür an Tür. Im Technologiezentrum Konstanz, wo die Zebotec GmbH seit vier Jahren Brennstoffzellenantriebe für Sportboote entwickelt und herstellt, entsteht jetzt mit der Eröffnung eines Forschungslabors der Hexis GmbH eine kleines Cluster. Die Schweizer Mutterfirma Hexis AG, ein ehemaliger Geschäftsbereich von Sulzer, entwickelt seit 2006 in Winterthur Heizgeräte mit Brennstoffzellentechnik. In der neuen Niederlassung im Konstanzer Technologiezentrum möchte Hexis die Systemgeräte weiterentwickeln und die Heizungen in Praxistests erproben.

Trotz der räumlichen Nähe - der Forschungsraum von Zebotec ist gleich nebenan - entwickeln Hexis und Zebotec ihre Produkte aber getrennt voneinander. "Die Anwendungsgebiete Heizung und Bootsantrieb stellen einfach zu unterschiedliche Anforderungen", macht Franz Reichenbach klar. Dennoch erhoffen sich der Zebotec-Chef und sein neuer Nachbar, Hexis-Geschäftsführer Alexander Schuler, Synergien in anderen Bereichen.

"Wir haben viele gemeinsame Lieferanten und erhoffen uns durch die Zusammenarbeit bessere Konditionen im Einkauf", sagt Schuler, der Franz Reichenbach noch aus der gemeinsamen Zeit am Fraunhofer Institut für Erneuerbare Energien ISE in Freiburg kennt. Vor allem möchten die Unternehmer mit vereinten Kräften Bekanntheit und Akzeptanz der Zukunftstechnologie auf dem deutschen Markt erhöhen. "Gemeinsam haben wir vielleicht die kritische Masse, um uns besser Gehör zu verschaffen", hofft Schuler. Auch Fördergelder seien im Verbund leichter an Land zu ziehen, meint Zebotec-Chef Reichenbach.

Der ursprüngliche Grund für die neue Hexis-Niederlassung in Konstanz liegt allerdings nicht in den genannten Synergieüberlegungen. Es war die Anziehungskraft deutschen Absatzmarktes, der Hexis über die Grenze lockte. Denn der ist für alternative Energieerzeugung relativ aufgeschlossen. Dennoch brauche Hexis auch hierzulande einen langen Atem, bis sich der Markt für Brennstoffzellenanwendungen etabliert, ist Hexis-Chef Schuler überzeugt. Ab 2012 möchte er die in Winterthur und Konstanz entwickelten Heizgeräte an Endverbraucher verkaufen. Bis dahin möchte Schuler 5 bis 10 Mitarbeiter im Konstanzer Entwicklungslabor beschäftigen. Schuler zufolge sei auch denkbar, dann eine Montage in Konstanz aufzubauen. In der Startphase werden die Mitarbeiter noch vom Winterthurer Hauptsitz, wo derzeit 15 Mitarbeiter beschäftigt sind, ins Technologiezentrum pendeln.

Die Sorgen um die flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff, den auch Zebotec für seine Brennstoffzellen nutzt, hat Schuler nicht: Die Hexis-Heizungen erzeugen Wärme mit gewöhnlichem, leicht verfügbarem Erdgas. Elektrisierender Nebeneffekt der Brennstoffzellen-Heizung. Mit dem nebenbei erzeugten Strom lässt sich laut Schuler 70 Prozent des Strombedarfs eines Einfamilienhauses decken.

brenstoffzellen.jpg
Bild/Author: Hanser
Forschen in Konstanz unter einem Dach an Brennstoffzellen-Anwendungen: Hexis-Chef Alexander Schuler (links) und Franz Reichenbach, Geschäftsführer Zebotec.
Weitere Artikel
Sie haben ihr Geld gerettet
Die Vermögen von Mittelständlern sind hart erarbeitet. Umso mehr schmerzt es, wenn das Geld wegen der Finanzkrise oder falscher Anlagetipps einfach verschwindet. Doch manche Firmen-Chefs beweisen auch in den derzeitigen Turbulenzen einen guten Riecher. Unter dem Deckmantel der Anonymität schildern drei Unternehmer, wie sie jetzt ihr Vermögen sichern. [mehr]