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Schaulaufen mit schwäbischem Modell
VON MICHAEL MERKLINGER
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Bild/Author: Expo Real
Interessante Ausstellungsstücke in München. Hier das Postpalais in Berlin.

Der weltweiten Gewerbeimmobilien-Branche scheint es gut zu gehen - diesen Eindruck vermittelten die Makler, Banken, Gesellschaften und knapp 25000 Fachbesucher auf der Expo Real 2008 in München. Trotz der finanzwirtschaftlich schwierigen Situation bildeten 1850 Aussteller aus 46 Ländern auf der internationalen Fachmesse das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft ab. Kein Wunder, dass die Gewinnerregion Schwarzwald-Baar-Heuberg und die Region Bodenseeland in der bayerischen Landeshauptstadt für ihre Gegend warben.

Unter dem Dach der Gewinnerregion präsentierten sich die Städte Geisingen, Oberndorf und Villingen-Schwenningen sowie der Zweckverband Inkom Südwest (Zimmern/Rottweil) auf dem Gemeinschaftsstand von Baden-Württemberg International.

Um die Belange der Region an den Mann zu bringen, reiste auch eine 20-köpfige Delegation der Gewinnerregion Schwarzwald-Baar-Heuberg, darunter der Aufsichtsratsvorsitzende der Gewinnerregion und Handwerkskammerpräsident Bernhard Hoch, Oberbürgermeister Rupert Kubon (Villingen-Schwenningen), Bürgermeister Hermann Acker (Oberndorf), Bürgermeister Gerd Hieber (Sulz), Wirtschaftsförderer aus der Region sowie Stadträte aus Sulz nach München.

"Viele Wirtschaftsregionen und Kommunen aus der ganzen Welt preisen auf der Expo Real ihre Standortqualitäten an. Und nur durch eine gebündelte Vorstellung können sich auch baden-württembergische Regionen und Projektgesellschaften in diesem Wettbewerb behaupten", betonte Herbert Bossinger, Mitglied der Geschäftsführung von Baden-Württemberg International. Dass diese Strategie der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes ankommt, unterstreicht die lange Warteliste auf eine Ausstellungsfläche auf dem Gemeinschaftsstand. Beim "schwäbischen Modell" mit bescheidenen 120 Quadratmetern Ausstellungsfläche - zum Vergleich: Die russische Metropole Moskau hatte über 500 Quadratmeter gebucht - fanden sich 28 Einzelaussteller aus dem Südwesten wieder. "Der Erfolg solcher Marketingmaßnahmen ist immer schwer messbar", sagte Bossinger, verwies aber auf die "hohe Zufriedenheit der Aussteller am Stand" und die steigende Nachfrage an einer Standbeteiligung. Etwa 15 Kommunen würden auf der Warteliste von Baden-Württemberg International stehen, die in diesem Jahr aber nicht berücksichtigt werden konnten. "Das Problem ist die fehlende Ausstellungsfläche, da wir von der Messe derzeit keine weitere Kapazität bekommen", erklärte Bossinger die Ablehnung von Interessenten.

Für den Wirtschaftsförderer der Gewinnerregion, Heinz-Rudi Link, ist die Expo-Real die ideale Plattform um sich bei in- und ausländischen Kapitalanlegern zu präsentieren. "Die Interessenten kommen hier her um sich zu informieren. Geschäfte werden erst Wochen später getätigt", weiß der erfahrene Geschäftsführer. Für Link ist die dritte Teilnahme an der Expo Real ein weiterer Schritt die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg bekannt zu machen. Etwa 30000 Euro muss die Gewinnerregion an Baden-Württemberg International zahlen, um ein paar Quadratmeter auf deren Stand belegen zu dürfen. "Mit diesem Auftritt stärken wir die Region und bringen uns bei den Investoren ins Gespräch", erklärte Handwerkskammerpräsident Bernhard Hoch. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Gewinnerregion ist klar, dass sich einzelne Kommunen schwer mit einer Außendarstellung tun. "Wenn sich alle unter einem Dach präsentieren, dann stärkt dies auch die Region", sagte Hoch. In kleinen Schritten will er nun die Vermarktung der Gewinnerregion voranbringen lassen, damit Schwarzwald, Baar und Heuberg jedes Jahr ein bisschen besser präsentiert werden können. "Wir können es schaffen, den Etat für die Expo Real aufzustocken", zeigte sich Bernhard Hoch zuversichtlich. Ihm schwebe ein Etat von 100000 Euro vor.

Bereits im Vorfeld der Messe hatte Wirtschaftsförderer Heinz-Rudi Link über 2000 Interessenten auf den Baden-Württemberg-Stand aufmerksam gemacht. Mit einem umfangreichen Objektverzeichnis wurde dann auf der Expo Real auf die Sahnestückchen der Region aufmerksam gemacht.

Die Zeichen der Zeit hat auch Villingen-Schwenningen erkannt. Erstmals war das Oberzentrum in München vertreten. "Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen und damit auch die Region zu stärken", sagte Oberbürgermeister Kubon. Gerade im Hinblick auf die Landesgartenschau 2010 wäre dieser Messeauftritt das richtige Zeichen.

Nicht beim Stand von Baden-Württemberg international vertreten war die Bodensee Standort Marketing GmbH. "Es ist für uns ein Standortvorteil, nicht in der gleichen Halle mit allen Regionen des Landes vertreten zu sein", erklärte Marcel Knabe, Wirtschaftsförderer der Stadt Konstanz. Nach dem Rückzug von St. Gallen war der Bodenseeland-Stand, an dem der Bodenseekreis, Friedrichshafen, der Kanton Thurgau, Konstanz, Singen und Vorarlberg vertreten waren, in diesem Jahr etwas kleiner ausgefallen. Trotz alledem erfreute sich der gemeinsame Auftritt großer Beliebtheit bei den Besuchern. "Wir hatten viele Anfragen, etwa zum Nycomed-Gebäude in Konstanz oder zum Hegau-Tower", berichtete Knabe. Laut dem Wirtschaftsförderer hätte sich die Immobilienkrise bisher nicht auf den Südwesten durchgeschlagen.

Ein politischer Höhepunkt bot sich den kommunalen Vertretern mit dem Besuch von Ministerpräsident Günther Oettinger auf dem Baden-Württemberg-Stand. So erklärte Oettinger, dass sich der Südwesten sehr gut auf der Expo Real präsentieren würde, nämlich solide, fröhlich und offensiv. Oettinger feuerte bei seiner kurzen Ansprache einige Lobeshymnen in Richtung der teilnehmenden Städte und Gesellschaften. So würdigte er die guten Projekte im Land, die Standhaftigkeit der Banken im Südwesten und die steigenden Wachstumsraten in Baden und Württemberg. "Um Baden-Württemberg ist mir nicht Bange", sagte das Landesoberhaupt und erntete dafür anerkennenden Beifall. Einen abschließenden Seitenhieb an die derzeit politisch und wirtschaftlich gebeutelten Bayern konnte sich ein gut gelaunter Oettinger abschließend nicht verkneifen: "Seid lieb zu den Bayern, die haben es notwendig!"

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Bild/Author: Villing
Viele Möglichkeiten im Südwesten: Fachgespräche am Stand der Gewinnerregion Schwarzwald-Baar-Heuberg.
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Bild/Author: Merklinger
Die Wirtschaftsregion Bodenseeland auf der Expo Real.
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