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| Die Baupläne der Wagner-Gruppe sind vorerst geplatzt. Der Neubau, hier als Modell, wird vorerst nicht verwirklicht. Bilder: Wagner |
Markdorf - Die J. Wagner GmbH hat ihren geplanten Neubau im Gewerbegebiet Negelsee auf Eis gelegt. Als Grund führt das Unternehmen gravierende Einbrüche im US-Geschäft an - eine Folge der Kreditkrise. Man müsse sich nun mit allen Kräften aufs laufende Geschäft konzentrieren, hieß es aus dem Unternehmen. Das Geschäftsjahr 2008 werde man deutlich schlechter abschließen als erwartet. Eigentlich hätten die Bagger noch in diesem Jahr anrollen und der glasverkleidete Neubau mit "Turm" bereits im kommenden Frühjahr stehen sollen. Dazu wird es nicht kommen. Das Fünf-Millionen-Projekt sei "zunächst" aufgeschoben, teilte das Unternehmen gestern mit. Infolge der Immobilien- und Kreditkrise, bekomme das Unternehmen eine "starke Kaufzurückhaltung der amerikanischen Konsumenten" zu spüren, hieß es. Zuletzt hatte die Wagner-Gruppe 44 Prozent ihres Umsatzes in den USA erwirtschaftet, davon einen großen Teil mit Handwerker- und Heimwerkergeräten für den Farbauftrag. "Jetzt brauchen wir alle Kräfte an Deck mit Blick auf den Markt und nicht auf Neubau und Umzug", so Thorsten Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wagner-Gruppe. Nachdem seit einiger Zeit bereits der industrielle Handwerker-Bereich stark zurückgegangen sei, sei nun auch das Heimwerkergeschäft von Wagner in den USA eingebrochen, sagte Bruno Niemeyer, kaufmännischer Geschäftsführer bei Wagner. Derzeit, so Niemeyer, könne man noch nicht absehen, wann die Talsohle in den USA erreicht sei. Im vergangenen Jahr hatte Wagner die damaligen Einbrüche im US-Geschäft noch mit dem florierenden Europa-Geschäft auffangen können. Dies werde dem Unternehmen in 2008 nicht gelingen, sagte Niemeyer. Man rechne mit einem Gesamtumsatz in 2008 "signifikant unter unseren Erwartungen und auch unter dem des Vorjahres". Der Standort Markdorf selbst, die J. Wagner GmbH, sei nach wie vor "sehr erfolgreich und profitabel", sagte Niemeyer. Dennoch könne man den Fokus jetzt nicht auf den Neubau legen. Anders als in der Fünf-Jahres-Planung vom Jahresbeginn, die rund 150 neue Arbeitsplätze vorsah, werde man nicht so stark wachsen, wie vorgesehen. Wagner ist unverändert auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Aber: "Wir werden uns nun auch für das nächste Jahr aufstellen müssen und unsere Kapazitäten auf niedrigerem Niveau ausbauen", so Niemeyer. Konkrete Zahlen über die Höhe der Einbrüche und des erwarteten Umsatz-Rückgangs wollte Niemeyer gestern nicht nennen. Der Neubau sei auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, könne aber jederzeit wieder angegangen werden. Die Pläne seien fertig.
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